Die EU-Chemikalienverordnung REACH




Wesentliche Inhalte von REACH


Ziel der EU-Chemikalienverordnung REACH (Registrierung, Evaluierung/Bewertung, Autorisierung/Zulassung von Chemikalien) ist eine Verbesserung des Schutzes der menschlichen Gesundheit und der Umwelt. Zugleich sollen Wettbewerbsfähigkeit und Innovation verbessert werden.

Unter REACH müssen alle Hersteller und Importeure von Chemikalien diese auf ihre Gefährlichkeit hin untersuchen und bei der neuen Europäischen Agentur für chemische Stoffe in Helsinki/Finnland vorregistrieren und registrieren. Das betrifft etwa 30.000 Stoffe, die bereits seit vielen Jahren als Zwischenprodukte oder auch in Konsumgütern, wie Kunststoffartikeln oder Textilien, verwendet worden sind.

REACH ist als Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 am 1. Juni 2007 in Kraft getreten. Wegen des Umfangs der Arbeiten hat der Gesetzgeber in Abhängigkeit von der Tonnage des chemischen Stoffes und von dessen Gefährlichkeit Übergangsfristen von 3,5 bis 11 Jahren für die Registrierung von sogenannten Phase-in Stoffen, d.h. Altstoffen, eingeräumt. Die letzte Übergangsfrist läuft am 31. Mai 2018 aus, wenn die Dossiers von vorregistrierten Stoffen mit einer Tonnage von 1-10 Tonnen pro Jahr registriert werden müssen.

Zur Vereinfachung der Verwaltung und um die Anzahl von Tierversuchen zu minimieren, sieht REACH vor, dass die Untersuchungen durch die Industrie gemeinschaftlich in SIEFs (Substance Information Exchange Forum) durchgeführt werden. Die Durchführung der Registrierung, zu der ab 10 Tonnen pro Jahr auch ein Stoffsicherheitsbericht gehört, soll auch in weiten Teilen gemeinsam erledigt werden.

Für die Verwendung sehr besorgniserregender Stoffe ist unter REACH ein Zulassungsantrag zu stellen. Dieser muss nicht nur die sichere Handhabung aufzeigen, sondern soll auch Alternativen sicherer Produkte oder Prozesse analysieren.


Auswirkungen für Industrie und Handel


REACH sieht für die Industrie eine größere Verantwortung bei der Herstellung, dem Import und der Verwendung von Chemikalien vor. Mit REACH muss die Industrie die sichere Handhabung nachweisen und entsprechende Maßnahmen in der Lieferkette kommunizieren, während bisher die Behörden oder betroffene Gruppen die Unsicherheit der Stoffe nachweisen mussten. Beweislastumkehr!

REACH bedeutet nicht nur für einige Firmen eine deutliche finanzielle Belastung, es muss auch damit gerechnet werden, dass einige Rohstoffe künftig nicht mehr verfügbar sein werden — sei es aus ökonomischen Gründen, weil sich der Aufwand für die Registrierung für den Hersteller oder Importeur nicht mehr lohnt oder weil die im Rahmen der REACH-Untersuchungen neuen Beurteilungen der Risiken von einem Einsatz in bestimmten Verwendungen abraten oder ihn sogar ausschließen.

REACH kann je nach Branche erhebliche Auswirkungen auf das Geschäft haben. Es empfiehlt sich deshalb, die Auswirkungen von REACH zu prüfen, ggf. die Zielsetzung und die Strategie des Unternehmens anzupassen und nach Identifizierung der vorhandenen Optionen mit den erforderlichen Aktionen umgehend zu beginnen.

Die verschiedenen Aspekte, die auf dieser Website zu REACH aufgeführt sind, sollen dazu auffordern, sich mit REACH intensiver zu beschäftigen. Sie sind keineswegs vollständig und bedürfen im Allgemeinen einer Einzelfallbetrachtung.

Übrigens — wenn Sie Fragen haben: Prosacon hat sich darauf spezialisiert, Industrie und Handel bei der Umsetzung von REACH zu beraten und beispielsweise bei der Vorregistrierung oder der Registrierung zu unterstützen.


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